Erwachsen. Wie ist das so?

Wie ist man, wenn man erwachsen ist? Mir kam dazu ein Gedanke: Wie wäre es, wenn man dann erwachsen ist, wenn man sich wieder entsprechend der Verhaltensmuster verhalten kann, die man schon als kleines Kind (unbeeinflusst von allen Comments dieser Welt) an den Tag gelegt hat?
Meine These: Dann wäre man wieder so, wie man konstituiert ist. Dann wäre man „man selbst“. Im Flow also. Und dieser ist das höchst-persönliche Wohlfühlspektrum.

Dafür Sorge zu tragen, das „Leben im eigenen Wohlfühlspektrum“ zu führen, ist sehr verantwortungsbewusst. Und das gilt gemeinhin ja als ein Kriterium des Erwachsenseins.

# Also: Wie warst Du als Kind? Auf geht’s: Leb‘ es!

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Elektrisches Gefühl. Heute wird ein guter Tag.

atemlos und ferngesteuert
abgestumpft und sorgenschwer
ich bin völlig weggetreten
ich spür mich selbst nicht mehr
ich will aus 15 metern,
ins kalte wasser springen
damit ich wieder merk’
das ich am leben bin
ich geh nach vorne, bis zum rand
ich spür mein herz pulsiert
ich atme ein und lass mich fallen
ich spüre jeden teil von mir

(Refrain)
elektrisches gefühl
ich bin völlig schwerelos
elektrisches gefühl
wie beim ersten atemzug
elektrisches gefühl
und die stimme dir mir sagt
heute wird ein guter tag
…heute wird ein guter tag…

auch wenn mich 1000 sorgen quälen
und sie mich nach unten ziehn
es ist besser loszulassen
als dran kaputt zu gehn
ich nehme was mir angst macht
und schreib es auf papier
ich zünd es an und lass es brennen
ich lass es hinter mir
alles um mich herum pulsiert
ich spür den schmerz nicht mehr
der boden, die wand, der raum vibriert
ich bin wieder unbeschwert

(Refrain)
elektrisches gefühl
ich bin völlig schwerelos
elektrisches gefühl
wie beim ersten atemzug
elektrisches gefühl
und die stimme dir mir sagt
heute wird ein guter tag…
…heute wird ein guter tag…

[..]
alles was dich runter zieht
alles was dein herz lahm legt
lass es los
[..]
alles was nicht wichtig ist
alles was nicht richtig ist
[..]

(Refrain)
elektrisches gefühl
ich bin völlig schwerelos
elektrisches gefühl
so wie beim ersten atemzug
elektrisches gefühl
und die stimme dir mir sagt
heute wird ein guter tag
…heute wird ein guter tag…

# Manche Songs treffen einfach in einem Maß ins Herz, das weitere Kommentare erübrigt.

\"Elektrisches Gefühl\" von Juli. Heute wird ein guter Tag.

Pinke PostIts – „das wahre Leben“?

Heute habe ich einen neuen Vorrat an pinken PostIts bekommen. Wie schön! Nun geht mein (NOTIZ) Leben weiter und alles ist in bester Ordnung. Könnte man sagen. Würde auch (teilweise) stimmen.

In der Tat ist es so, dass ich gerne mit diesen Klebezetteln arbeite; ich notiere darauf alles, was ich wirklich nicht vergessen will – im beruflichen (Termin hier, Text da, XY anrufen, …) und privaten (Steuererklärung, Inspektion, …) Sinn.
Und ich verteile diese „Papperl“. Aber nicht irgendwie. Nein! Das wäre eine Schande! Ich bestehe darauf: Nach System! Die PostIts werden analytisch kategorisiert (viele Grüße an Winston Churchill‘s „wichtig“ und „dringlich“-Zeitmanagementkategorien). Und dann werden sie – diesen Prioritätsclustern entsprechend – sorgsam an die wiederum gewichteten Stellen geheftet. Logik verstanden?! Kopfmatrix klar?!

Ein früherer Chef sagte immer: Wer bunte Farben braucht, um Ordnung zu halten, hat keine Systematik im Kopf. Er bezog sich dabei auf die ca. 100.000 Excel-Tabellen, die Berater im Verlauf dieser Tätigkeit so basteln (müssen). Tja, da liegt er wohl nicht ganz falsch. Aber ich betone: Außerhalb von Excel ist dieses System für mich einfach nur funktional, effektiv und effizient. Ein schöner Dreiklang, oder?

# Ein Pladoyer dafür, dass man zwar ein NOTIZLEBEN mit pinken PostIts führen kann – aber wer sagt denn, das man darauf nicht auch liebevolle Botschaften für die Lieben hinterlassen kann. An den hierfür für gut befundenen Stellen? Logisch, oder?!

Egoismus vs Altruismus = Heimsieg oder Auswärtsniederlage?

„Was wäre, wenn…?“ – das fragen wir uns jeden Tag; vermutlich die meisten von uns mehrfach und immer, immer wieder. Was wäre, wenn ich egoistischer wäre und weniger altruistisch? Was wäre, wenn mich entschiede, diesen Termin abzusagen? Was wäre, wenn ich gerade jetzt – in diesem Moment – einfach gerade heraus das sagen würde, was ich wirklich denke; ohne diplomatische Formulierungen? Was wäre, wenn ich mir – entgegen aller Ratio – etwas Besonderes oder Außergewöhnliches gönnte? Was wäre, wenn.. ich mich einfach mal traute? Wäre dann alles leichter?
Vermutlich nicht. Vermutlich würde sich die eine oder andere Person ob des geänderten Verhaltens irritiert fühlen. Vermutlich würde man mir einen gewissen Egoismus – statt des bisherigen, gewohnt-geschätzten und (seien wir ehrlich: auch für das Umfeld sehr angenehmen) Altruismus – zuweisen.

Niemand hat behauptet, dass ein liebevoller und gütiger Umgang mit sich und anderen immer „easy zu erreichen“ wäre. Jeder von uns hat schließlich mehrere Jahrzehnte lang trainiert, die Wirkung(en) unseres Handelns auf die Mitmenschen zu berücksichtigen. Ich rufe laut: Das ist auch gut und richtig so. Das ist einer der Grundsteine christlich-abendländischen Miteinanders. Wir sollten ihn bewahren!

Wie aber lerne ich als Erwachsene, diese Güte und Fürsorge für die Mitmenschen auch mir selbst gegenüber walten zu lassen – und zwar ohne schlechtes Gewissen? Wie aber lerne ich, dass es – auch ganz im christlichen Sinn – auch wichtig ist, nicht nur seine Mitmenschen zu respektieren sondern auch mich selbst? Ist dies der wirkliche Weg des Erwachsenwerdens? Ist dies der Weg um seinen Beitrag für die Gesellschaft, Familien- und Freundesbande langfristig leisten zu können?

# Ich wünsche allen, sie mögen ihr Handlungsrepertoire um ein gesundes Maß an Egoismus erweitern können. Bleibt bei dem bisherigen Guten; erweitert es um künftig Neues. Tragt Eure Werte, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten mit Euch; aber erwerbt Euch hierfür einen modernen Rucksack, der die bisherigen Druckstellen abmildert. Und geht los. Mit federnden Schritten in Richtung Heimsieg – mitten im bunten Herbstlaub.

Die Performance ist optimierungsfähig.

Eine Freundin erzählt mir, ihr ginge es nicht gut. Sie sagt, selbst die kleinsten Tätigkeiten des Alltags wären ihr nicht mehr möglich. Sie sagt dies, holt tief Luft (immerhin!) und schildert, dass sie kaum noch eine Waschmaschine anstellen kann – weil sie Angst davor hat, die Kraft nicht aufzubringen, die Wäsche aufzuhängen, wenn die Maschine fertig ist. Diese Freundin – keineswegs eine, die sich bisher durch Faulheit und Nichtbelastbarkeit ausgezeichnet hat – ist physisch und psychisch am Ende. Ich kenne sie lange. Ich weiss, dass sie sich den Dingen, die ihr wichtig sind, zu 100% und etwas mehr verschreibt. Ich weiss, dass sie sich einbringt – auch für das vermeintlich Kleine, das die Welt ein bisschen besser macht.

Ich habe sie gefragt, wann sie denn das letzte Mal sich nur um sich selbst gekümmert habe. Ich habe sie gefragt, wann sie denn das letzte Mal richtig lauthals gelacht habe. Und ich habe sie gefragt, wann sie denn das letzte Mal wirkliche Freude („wie früher“) über etwas (oder gar: sich selbst) empfunden habe.
Und sie antwortet – mit einem Schweigen. Sie kann die Fragen schlichtweg nicht beantworten, weil sie keine Antwort darauf hat; sie kann es nicht beziffern – sie weiss es einfach nicht.

Und dann lese ich in der FAS (23.10.2011), den folgenden Satz aus einem Führungskräftetreffen eines grossen Unternehmens: „BurnOut wird immer mehr zum Problem. Wir sollten unsere Performance da verbessern…“. Tja. Die Performance verbessern – genau das ist es doch, dem wir uns jeden Tag ausgesetzt sehen. Immer Leistung bringen – für die Firma, für den Job, für die Familie, für die Kinder, für die Freunde. Und selten gestehen wir uns ein, dass „gut“ auch wirklich ausreichend ist.

BurnOut wird immer mehr zum Problem – und (leider!) zum Modewort. Jeder ist doch mal müde, lustlos, frustriert oder antriebslos. Aber bitte: Das ist kein BurnOut. Das ist schlicht menschlich. BurnOut geht so viel weiter; so viel tiefer. Es lähmt nicht nur den Körper, es lähmt auch die Psyche. Die Angst kommt; die Angst vor der eigenen (bisher kaum eingestandenen) Schwäche. Die Angst davor, sich nicht mehr auf sich selbst verlassen zu können. „Krieg im Kopf“ – hat das mal ein betroffener Freund genannt.
Es trifft nicht die Schwachen; es trifft diejenigen, die brennen. Und leider ist es so, dass genau diese Leistungsträger (im Beruf wie für die Gesellschaft) auch ausbrennen. Wie Phosphor. Puff!

Was können wir tun? Wir können einen wachen Blick für unsere Mitmenschen haben. Wir können wirklich zuhören. Wir können beobachten, ob sie Zeichen der Erschöpfung, des sozialen Rückzugs, der Melancholie und Depression zeigen. Und wir können an ihrer Seite stehen. Wir können das wertschätzen, was ihnen widerfährt.

# Wir können ihnen aber nicht den Weg der Selbstheilung abnehmen. Wir können sie nur dabei unterstützen, diese Anzeichen als freundschaftliche Stoppschilder in der eigenen StVO zu sehen, damit sie so (langfristig) zum Freund werden können. Ein Freund, der uns liebevoll warnt, bevor wir verpuffen.

Ich bin ok – du bist ok.

Viele Grüße von der Transaktionsanalyse. Aber kann es auch Tage oder Situationen geben, in denen das nicht zutrifft? Nicht, weil es etwa bspw. eine strafrechtliche Relevanz hätte, sondern weil jemand so ganz offensichtlich (klar; meine Wirklichkeit ist natürlich und zweifelsohne die richtige 🙂 ) falsch liegt? Weil ich etwas „bei aller Liebe“ einfach doch nicht „ok“ finden kann? Weil es mich bspw. in meinen Grundwerten erschüttert. Ist es dann in Ordnung, vom „ich bin ok – du bist ok“ abzuweichen und mit allen (fairen, transparenten) Mitteln, die einem zur Verfügung stehen, für seine eigene Überzeugung einzutreten?
# Ich bin bisweilen ein „Freigeist“. Aber ich will auch zu meinen Werten stehen (dürfen) – ohne negativen Widerhall.

Die Botschaft bunter Fingernägel.

Lackierte Fingernägel. Rosa? Rot? Grellrot oder blassrot? Beige? Nicht nur hat die präzise Farbwahl etwas mit der gegenwärtigen physischen und psychischen Verfassung der Trägerin zu tun und ist damit aufschlussreich sondern allein der Prozess des Lackierens hat gemeinhin eine ähnliche Wirkung wie zum Sport gehen oder einen ausgedehnten Spatziergang zu machen. Fokussieren auf etwas anderes als das Übliche… Eigentlich sollten alle – finde ich – sich die Zeit für bunte Fingernägel nehmen; auch wenn ich einsehe, dass das bei Herren bisweilen bemerkenswerte Rückschlüsse über sie zulassen würde.
# Meine Nägel sind gerade intensiv-himbeerfarben geworden. In memoriam der Sommerferien. Auch eine Botschaft.

Muss nur noch kurz die Welt retten.

Ja genau… die Welt retten. Genau diesem Anschein geben wir uns gerne hin, wenn es darum geht, mit einem einzigen Freund einen gemeinsamen Termin für ein Dinner zu finden. Hier geht’s nicht – und hier auch nicht. Ach; und „da bin ich im Flieger nach…“ oder „im Meeting mit“. Kurzum: der Termin wird stattfinden. Auch noch vor Weihnachten. Ich freu‘ mich darauf – auch wenn bis dahin noch 148 Mails kommen werden.

# Freunde können meine Welt retten. Gerne noch heute.
PS: Grossartiger Song \"Muss nur noch kurz die Welt retten\" von Tim Bendzko

Welches WICHTIG ist wirklich WICHTIG?

Die Sonne scheint… und dennoch ruft so vieles „erledige dies“ und „du musst das noch machen“ und „der wartet schon ganz lange auf einen Anruf“.
Wie kann all‘ das unter den einen sprichwörtlichen Hut gehen? Und wenn man eine Wahl treffen muss, bleibt die Frage: Wie gewichtet man all das Wichtige gegen das Wichtige, sich auch mal um sich selbst zu kümmern?
Steht es 1:1 – oder wiegt etwa eines schwerer? Und wenn ja – welches?

# Heute wiege ich schwer. Weil die Sonne scheint.

Wie ist das eigentlich mit dem glücklich sein im Herbst?

Wir haben einen wunderbaren Sommer erlebt – voller Wärme; auf der Haut und in der Seele. Wir waren am See. Wir waren Radl fahren. Haben in den Sternenhimmel geblickt. Und nun ist er – schwupps – einfach so da – der Herbst. Heisst das, wir dürfen jetzt nicht mehr beschwingt und fröhlich in Vorfreude auf einen Tag und einen (langen) Abend aufstehen? Heisst das, dass wir uns jetzt sammeln müssen und „auf den Winterschlaf“ vorbereiten müssen? Sollten wir uns einer ausgewachsenen Herbstdepression hingeben – nur weil früh’ morgens beim Aufstehen die Sonne nicht (mehr) scheint?
Ich meine nein. Denn: Gerade der Herbst hat doch so viele schöne Seiten, die unser Herz hüpfen lassen könnten. Er ist es doch, der uns an kalten aber sonnigen Tagen ins Freie treibt. Er ist so ganz anders – aber eben auch voller Farbe. Bunte Blätter. Kastanien auf dem Boden. Der Wind, der unseren Kopf frei bläst und die Seele putzt. Ist es nicht gerade der, der uns freie Gedanken schenkt?
# Was war es, das heute Eure Gedanken bereichert hat?