Egoismus vs Altruismus = Heimsieg oder Auswärtsniederlage?

„Was wäre, wenn…?“ – das fragen wir uns jeden Tag; vermutlich die meisten von uns mehrfach und immer, immer wieder. Was wäre, wenn ich egoistischer wäre und weniger altruistisch? Was wäre, wenn mich entschiede, diesen Termin abzusagen? Was wäre, wenn ich gerade jetzt – in diesem Moment – einfach gerade heraus das sagen würde, was ich wirklich denke; ohne diplomatische Formulierungen? Was wäre, wenn ich mir – entgegen aller Ratio – etwas Besonderes oder Außergewöhnliches gönnte? Was wäre, wenn.. ich mich einfach mal traute? Wäre dann alles leichter?
Vermutlich nicht. Vermutlich würde sich die eine oder andere Person ob des geänderten Verhaltens irritiert fühlen. Vermutlich würde man mir einen gewissen Egoismus – statt des bisherigen, gewohnt-geschätzten und (seien wir ehrlich: auch für das Umfeld sehr angenehmen) Altruismus – zuweisen.

Niemand hat behauptet, dass ein liebevoller und gütiger Umgang mit sich und anderen immer „easy zu erreichen“ wäre. Jeder von uns hat schließlich mehrere Jahrzehnte lang trainiert, die Wirkung(en) unseres Handelns auf die Mitmenschen zu berücksichtigen. Ich rufe laut: Das ist auch gut und richtig so. Das ist einer der Grundsteine christlich-abendländischen Miteinanders. Wir sollten ihn bewahren!

Wie aber lerne ich als Erwachsene, diese Güte und Fürsorge für die Mitmenschen auch mir selbst gegenüber walten zu lassen – und zwar ohne schlechtes Gewissen? Wie aber lerne ich, dass es – auch ganz im christlichen Sinn – auch wichtig ist, nicht nur seine Mitmenschen zu respektieren sondern auch mich selbst? Ist dies der wirkliche Weg des Erwachsenwerdens? Ist dies der Weg um seinen Beitrag für die Gesellschaft, Familien- und Freundesbande langfristig leisten zu können?

# Ich wünsche allen, sie mögen ihr Handlungsrepertoire um ein gesundes Maß an Egoismus erweitern können. Bleibt bei dem bisherigen Guten; erweitert es um künftig Neues. Tragt Eure Werte, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten mit Euch; aber erwerbt Euch hierfür einen modernen Rucksack, der die bisherigen Druckstellen abmildert. Und geht los. Mit federnden Schritten in Richtung Heimsieg – mitten im bunten Herbstlaub.

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Die Performance ist optimierungsfähig.

Eine Freundin erzählt mir, ihr ginge es nicht gut. Sie sagt, selbst die kleinsten Tätigkeiten des Alltags wären ihr nicht mehr möglich. Sie sagt dies, holt tief Luft (immerhin!) und schildert, dass sie kaum noch eine Waschmaschine anstellen kann – weil sie Angst davor hat, die Kraft nicht aufzubringen, die Wäsche aufzuhängen, wenn die Maschine fertig ist. Diese Freundin – keineswegs eine, die sich bisher durch Faulheit und Nichtbelastbarkeit ausgezeichnet hat – ist physisch und psychisch am Ende. Ich kenne sie lange. Ich weiss, dass sie sich den Dingen, die ihr wichtig sind, zu 100% und etwas mehr verschreibt. Ich weiss, dass sie sich einbringt – auch für das vermeintlich Kleine, das die Welt ein bisschen besser macht.

Ich habe sie gefragt, wann sie denn das letzte Mal sich nur um sich selbst gekümmert habe. Ich habe sie gefragt, wann sie denn das letzte Mal richtig lauthals gelacht habe. Und ich habe sie gefragt, wann sie denn das letzte Mal wirkliche Freude („wie früher“) über etwas (oder gar: sich selbst) empfunden habe.
Und sie antwortet – mit einem Schweigen. Sie kann die Fragen schlichtweg nicht beantworten, weil sie keine Antwort darauf hat; sie kann es nicht beziffern – sie weiss es einfach nicht.

Und dann lese ich in der FAS (23.10.2011), den folgenden Satz aus einem Führungskräftetreffen eines grossen Unternehmens: „BurnOut wird immer mehr zum Problem. Wir sollten unsere Performance da verbessern…“. Tja. Die Performance verbessern – genau das ist es doch, dem wir uns jeden Tag ausgesetzt sehen. Immer Leistung bringen – für die Firma, für den Job, für die Familie, für die Kinder, für die Freunde. Und selten gestehen wir uns ein, dass „gut“ auch wirklich ausreichend ist.

BurnOut wird immer mehr zum Problem – und (leider!) zum Modewort. Jeder ist doch mal müde, lustlos, frustriert oder antriebslos. Aber bitte: Das ist kein BurnOut. Das ist schlicht menschlich. BurnOut geht so viel weiter; so viel tiefer. Es lähmt nicht nur den Körper, es lähmt auch die Psyche. Die Angst kommt; die Angst vor der eigenen (bisher kaum eingestandenen) Schwäche. Die Angst davor, sich nicht mehr auf sich selbst verlassen zu können. „Krieg im Kopf“ – hat das mal ein betroffener Freund genannt.
Es trifft nicht die Schwachen; es trifft diejenigen, die brennen. Und leider ist es so, dass genau diese Leistungsträger (im Beruf wie für die Gesellschaft) auch ausbrennen. Wie Phosphor. Puff!

Was können wir tun? Wir können einen wachen Blick für unsere Mitmenschen haben. Wir können wirklich zuhören. Wir können beobachten, ob sie Zeichen der Erschöpfung, des sozialen Rückzugs, der Melancholie und Depression zeigen. Und wir können an ihrer Seite stehen. Wir können das wertschätzen, was ihnen widerfährt.

# Wir können ihnen aber nicht den Weg der Selbstheilung abnehmen. Wir können sie nur dabei unterstützen, diese Anzeichen als freundschaftliche Stoppschilder in der eigenen StVO zu sehen, damit sie so (langfristig) zum Freund werden können. Ein Freund, der uns liebevoll warnt, bevor wir verpuffen.

Ich bin ok – du bist ok.

Viele Grüße von der Transaktionsanalyse. Aber kann es auch Tage oder Situationen geben, in denen das nicht zutrifft? Nicht, weil es etwa bspw. eine strafrechtliche Relevanz hätte, sondern weil jemand so ganz offensichtlich (klar; meine Wirklichkeit ist natürlich und zweifelsohne die richtige 🙂 ) falsch liegt? Weil ich etwas „bei aller Liebe“ einfach doch nicht „ok“ finden kann? Weil es mich bspw. in meinen Grundwerten erschüttert. Ist es dann in Ordnung, vom „ich bin ok – du bist ok“ abzuweichen und mit allen (fairen, transparenten) Mitteln, die einem zur Verfügung stehen, für seine eigene Überzeugung einzutreten?
# Ich bin bisweilen ein „Freigeist“. Aber ich will auch zu meinen Werten stehen (dürfen) – ohne negativen Widerhall.

Muss nur noch kurz die Welt retten.

Ja genau… die Welt retten. Genau diesem Anschein geben wir uns gerne hin, wenn es darum geht, mit einem einzigen Freund einen gemeinsamen Termin für ein Dinner zu finden. Hier geht’s nicht – und hier auch nicht. Ach; und „da bin ich im Flieger nach…“ oder „im Meeting mit“. Kurzum: der Termin wird stattfinden. Auch noch vor Weihnachten. Ich freu‘ mich darauf – auch wenn bis dahin noch 148 Mails kommen werden.

# Freunde können meine Welt retten. Gerne noch heute.
PS: Grossartiger Song \"Muss nur noch kurz die Welt retten\" von Tim Bendzko

Welches WICHTIG ist wirklich WICHTIG?

Die Sonne scheint… und dennoch ruft so vieles „erledige dies“ und „du musst das noch machen“ und „der wartet schon ganz lange auf einen Anruf“.
Wie kann all‘ das unter den einen sprichwörtlichen Hut gehen? Und wenn man eine Wahl treffen muss, bleibt die Frage: Wie gewichtet man all das Wichtige gegen das Wichtige, sich auch mal um sich selbst zu kümmern?
Steht es 1:1 – oder wiegt etwa eines schwerer? Und wenn ja – welches?

# Heute wiege ich schwer. Weil die Sonne scheint.

Wie ist das eigentlich mit dem glücklich sein im Herbst?

Wir haben einen wunderbaren Sommer erlebt – voller Wärme; auf der Haut und in der Seele. Wir waren am See. Wir waren Radl fahren. Haben in den Sternenhimmel geblickt. Und nun ist er – schwupps – einfach so da – der Herbst. Heisst das, wir dürfen jetzt nicht mehr beschwingt und fröhlich in Vorfreude auf einen Tag und einen (langen) Abend aufstehen? Heisst das, dass wir uns jetzt sammeln müssen und „auf den Winterschlaf“ vorbereiten müssen? Sollten wir uns einer ausgewachsenen Herbstdepression hingeben – nur weil früh’ morgens beim Aufstehen die Sonne nicht (mehr) scheint?
Ich meine nein. Denn: Gerade der Herbst hat doch so viele schöne Seiten, die unser Herz hüpfen lassen könnten. Er ist es doch, der uns an kalten aber sonnigen Tagen ins Freie treibt. Er ist so ganz anders – aber eben auch voller Farbe. Bunte Blätter. Kastanien auf dem Boden. Der Wind, der unseren Kopf frei bläst und die Seele putzt. Ist es nicht gerade der, der uns freie Gedanken schenkt?
# Was war es, das heute Eure Gedanken bereichert hat?

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