Kommt ein (Blog-) Stöckchen geflogen…

#meinhundelli Mein lieber Twitterfreund Matthias J. Lange (@redaktion42 bzw. http://redaktion42.com/2014/02/21/es-kam-ein-blogstockchen-geflogen/) warf mir gestern ein sogenanntes „Blogstöcken“ zu. Und ich staunte; das hatte ich noch nicht erlebt und kannte es auch nicht. Aber ich gestehe, dass ich gerne in den verschiedenen Magazinen die Fragen an Menschen und ihre Antworten lese. Sei es in der ZEIT die Rubrik „Was hat Sie gerettet?“ oder in der EMOTION die „Big Five for Life“ bzw. die Fragen an eine Leserin oder in der VOGUE die „Fragen ohne Antworten“ eines Prominenten. Und nun gilt es also für mich die folgenden Fragen von Matthias zu beantworten, neue Blogger auszuwählen und ihnen neue Fragen zu stellen.

Welches Hobby hast du und wie widmest du dich diesem Hobby?
Ich habe gleich mehrere Dinge, die ich mit viel Leidenschaft tue: Ich interessiere mich sehr für die (Netz- und Familien-) Politik, für die Lebensgeschichten, die Menschen zu erzählen haben (gut, dass ich Coach bin!) und ich habe einen jungen Hund, der viel Engagement fordert aber auch unendliche Freude und Leichtigkeit bringt. Dazu gehe ich gerne mit guten Freunden gut essen, liebe Spanien, Konzerte, Kaminfeuer, das Lesen und Kochen und viele Dinge mehr. Aber es sind zuallererst die wirklichen Herzensmenschen, die mein wahres Hobby sind – denn sie sind mir die Wichtigsten und ich würde unendlich weite Wege gehen, um sie in meinem Leben zu haben, ihnen – so weit mir das möglich ist – zu geben, was sie brauchen (sei es etwas Bestimmtes oder mal mehr oder weniger von etwas) und sie glücklich zu wissen.

Wenn du ein Haustier hast, schreib eine nette Geschichte und mach ein Foto.

Elli, meine gerade mal 20 Wochen alte junge Border Terrier Dame begeistert mich: Seit gestern schafft sie es, eine Treppe, die – zugegebenermassen – in keiner Weise gängigen Treppennormen entspricht, sowohl hoch als auch wieder alleine herunter zu hopsen. Eigentlich soll sie das mit ihren weichen Knochen noch gar nicht – aber sie ist jedes Mal so unglaublich stolz (und zeigt dies in aller-reizendster Weise), dass ich es ihr gar nicht ganz verbieten mag. Sie ist ein Darling und ich bin super happy, dass sie mit ihrer Lebensfreude und ihrem Entdeckergeist Teil meines Lebens ist.

Filmst du für deinen Blog und warum bzw. warum nicht?

Nein; bisher noch nicht – jedenfalls nicht für meinen privaten Blog. In bisherigen dienstlichen Angelegenheiten habe ich aber schon viel für einen TV-Sender im Rahmen einer 10monatigen Dokumentation gefilmt. Spaß hat es immer gemacht – vielleicht mache ich es ja doch noch eines Tages auch für private (Blog-) Zwecke. Who knows…

Was bedeutet bloggen für dich?

Hier kann ich mir Gedanken, die mich begleiten, von der Seele schreiben. Schreiben hilft mir beim Sortieren des Gehörten, Erlebten, Gesehenen…

Wo sammelst du deine Blogideen?

Meistens komme ich auf Ideen für einen Blogbeitrag wenn ich unterwegs bin – mal beim Laufen, mal beim Autofahren… Oftmals kommen sie aus meinem Coaching-Beruf, denn hier kommen häufig essentielle Fragen auf, die mich auch über den Klienten hinaus noch eine Weile beschäftigen. Dann fange ich an, das Thema weiter zu denken und den Beitrag zu konzipieren. Das Schreiben selbst geht dann oft ganz schnell.

Was war denn der eindrucksvollste Film im zurückliegenden Jahr und warum?

So sehr ich es bedauere, aber ich habe im vergangenen Jahr nicht besonders viele Filme gesehen. Was mich aber nachhaltig beeindruckt hat, war der TV-Dreiteiler „DAS ADLON“. Familiengeschichten über mehrere Generationen hinweg beschäftigen mich immer wieder und hier wurde es meisterlich dargestellt.

Arbeitest du mit einer to do Liste und wie sieht die aus?

Oh, das darf ich gar nicht so laut sagen: Mein Blog heisst nicht ohne Grund „NOTIZLEBEN“ – weil ich tatsächlich im Büro und zu Hause alles, was nicht vergessen werden soll, auf pinke (darauf lege ich Wert!) Post-ITs schreibe. Unterwegs schicke ich mir selbst E-Mails, denn in meinem Postfach – immer aufgeräumt – befinden sich nur Mails, mit denen ich noch etwas zu tun habe. Vielleicht insgesamt nicht das effizienteste und effektivste (Zeit-) Managementsystem – aber für mich funktioniert es seit Jahren hervorragend, denn ich vergesse nur äusserst selten etwas.

Welchen guten Vorsatz für 2014 hast du und wie steht es um die Verwirklichung?

Ich habe mir vorgenommen, mehr Zeit für die Dinge im Leben zu haben, die mir wirklich wichtig sind und mir am Herzen liegen: Dazu gehört an aller erster Stelle Zeit mit meinen echten Herzensmenschen. Ich möchte – auch wenn am nächsten Tag Montag ist – Abends noch spontan an den See fahren, auf dem Steg sitzen und den Sonnenuntergang sehen. Ich möchte ein liebevolles Picknick zusammenstellen und mit meinem Herzliebsten im Biergarten sitzen. Ich möchte spontan Dinge unternehmen; einfach, weil uns gerade der Sinn danach steht und es für den Moment egal sein soll, was am nächsten Tag ansteht. In Summe könnte die Überschrift meiner Vorhaben heissen: Mehr Freiheit, mehr Leben, weniger Alltag! Und ich möchte den Blick darauf richten, was da ist – und weniger darauf, was fehlt!

Gib uns einen Buchtipp: Fachbuch und/oder Roman.

Lesen tue ich sehr viel – gerne Krimis, gerne Familiengeschichten. Die folgenden Bücher haben mich wirklich sehr berührt:

– Das Herzenhören (von Jean Philipp Sendker)

– Während die Welt schlief (von Susan Abulhawa)

– Wilde Lupinen // Die Stunde der Erben // Sturmzeit (von Charlotte Link)

Bücher, die sehr unterschiedlich sind. Aber sie alle berühren das Herz, weil sie Geschichten von Menschen und sogar Familien erzählen, die sich aufmachen, etwas zu verändern. Ich kann sie alle nur wärmstens empfehlen!

 Wie ist dein Lebensmotto?

„Gebe – und es wird Dir gegeben.“

„Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei. Aber die Liebe ist die stärkste unter ihnen.“

„Erfreue Dich an den kleinen Dingen.“

„Vertraue.“

Das Blogstöckchen, das mir gestern noch so neu schien und mir nun viel Freude bereitet hat, werfe ich nun herzlich gerne weiter an:

–     meinen lieben langjähren Kollegen und Freund @LudwigR vom LilaBlog (http://lilablog.de)

–     Frederic (@frederics), der mich, als ich gerade in diesem Netz begonnen hatte, zur Twitterin des Jahres erklärte: (www.fredericschneider.de)

–     Herrn Bergmann alias @hildwin, der immer wieder freche Ideen in Berlin ausheckt und auch mal einen ganzen Tag lang U-Bahn fährt (http://blog.hildwin.de)

–     Henrik, der sich – wie ich – u.a. für triviale Sendungen im TV, die dann doch noch (musikalischen) Tiefgang aufweisen, begeistern kann (http://www.broeckelmann.info).

Und ich hätte bitte gerne Antworten auf die folgenden Fragen:

–     Was muss ich tun, um Dich so richtig auf die Palme zu bringen?

–     Was ist Deine große Leidenschaft?

–     Was fehlt Dir?

–     Was macht Dich glücklich?

–     Was tust Du, wenn Du unverhofft in einer fremden Stadt einen freien Abend hast?

–     Wieso eigentlich dieses Netz?

–     Was machst Du mit gewonnenen 34 Millionen Euro?

–     Was würdest Du nie und nimmer tun?

–     Welches Buch muss ich warum lesen?

So liebe Leute, weiter geht’s! Ich freue mich auf Eure Antworten!

#Leidenschaft ist das Salz in der Suppe des Lebens. Sie erst ermöglicht mehr Freiheit, mehr Leben, weniger Alltag! Und ich möchte den Blick darauf richten, was da ist – und weniger darauf, was fehlt! Innerer Reichtum ist eine Frage der Haltung. Und wenn das so ist, dann ist sogar das Fangen eines Blogstöckchens mit persönlichen Fragen eine Freude. 

Freiheit ist Glück – Oh Baby, davon will ich erzählen, wenn ich alt bin…

Seit Tagen slamt Julia Engelmann (Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=DoxqZWvt7g8) den Beitrag „One Day, Baby, we’ll be old – Mut ist nur ein Anagramm von Glück – lasst uns heute die Geschichten schreiben, von denen wir später erzählen wollen“. Medien, Psychologen, Privatpersonen – alle lassen sich derzeit darüber aus, wie wertvoll dieser Beitrag nun ist. Mir ist das egal. Mich hat dieser Poetry Slam berührt und etwas Starkes in mir anklingen lassen. Ich denke seit Tagen immer wieder darüber nach, welche Geschichten ich erzählen möchte, wenn ich alt bin. Gibt es so etwas wie eine Überschrift, die für mich eine erzählenswerte Geschichte ausmacht? Gibt es ein verbindendes Element?

Heute früh wurde ich gefragt, ob ich meine Freiheit geniesse; meine neu gewonnene Autarkie nachdem ich meinen bisherigen Job vor Kurzem beendet habe. Mich erreicht die Frage, ob ich diese neue Freiheit geniesse während ich in meinem Sessel sitze und dem Tag beim Tagwerden zusehe. Drinnen brennt – neben den Osterglocken, die so schön aufgeblüht sind – eine Kerze. Draussen beginnt es zu schneien. Der Fragende möchte wissen, ob mir meine derzeitige Freiheit, frei zu entscheiden, wann genau ich mein Tagwerk beginne, gut tut. Dieser mir herzliebe Mensch möchte ganz praktisch wissen, ob es mir gefällt, selbst zu entscheiden, noch einen dritten Kaffee zu Hause zu trinken – oder auch nicht – bevor ich mich auf den Weg mache. Kann ich diese Freiheit geniessen? Ist das überhaupt die Freiheit, die mich glücklich macht? Bedingt.

Ich möchte im Alter Geschichten von meiner Freiheit erzählen können; von meiner persönlichen Freiheit, die über die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die fraglos zentral sind und auf die ich Gott sei Dank im Moment vertrauen darf, hinaus geht. Was heißt also diese persönliche Freiheit für mich? Warum macht sie mich glücklich?

 …in der Wärme meines Partners, der meiner Familie und der meiner Freunde geborgen zu sein. Ich brauche einen Anker, an dessen langem Seil ich in den Himmel meiner persönlichen Freiheit aufsteigen kann – wie ein Drachen im Herbstwind, der von einer guten Hand auf dem Boden gehalten wird und dennoch schweben darf. Dieser Drache verkörpert Leichtigkeit – er kann den Böen und Luftströmungen frei begegnen, nachgeben oder ankämpfen, schwerelos schweben und sich treiben lassen. Der Drache im Herbstwind wird an einer langen Leine wohl beobachtet gehalten. Die haltende Hand – der bedingungslose Rückhalt des Partners, der Familie, der Freunde –  ist es, die meine Kräfte freisetzt. Das ist es, was für mich Glück ist.

… der innere Halt, die innere Haltung. Bin ich achtsam? Bin ich mir selbst gegenüber genauso respektvoll und wertschätzend wie zu meinen Mitmenschen? Sind mir meine Bedürfnisse genauso wichtig wie die der Anderen? Sage ich „JA“, wenn ich ja meine – und „NEIN“, wenn ich nein sagen möchte? Stehe ich fest in meinem Glauben, in meinen Werten, in meiner Mitte, in meinem Ich? Kann ich das, was mir wichtig ist, leben? Nehme ich wahr, was um mich herum passiert? Nehme ich wahr, dass die Vögel fröhlich zwitschern – obwohl es Mitte Januar ist? Nehme ich wahr, wenn ein Mensch mich auf der Strasse anlächelt obwohl er mich gar nicht kennt? Bin ich ich?

An der inneren Achtsamkeit kann und muss man selbst arbeiten. Tag ein – Tag aus. Und es gibt sie: Gute Tage, an denen das alles gelingt. An denen man vor Kraft strotzt, den Mitmenschen eine ansteckende Fröhlichkeit entgegen bringt und sie inspiriert, an denen man eine gute Tat mehr leisten kann als sonst – Tage, an denen die Welt durch das eigene Leben ein Stückchen besser ist.

Aber es gibt auch diese schlechten Tage, an denen nichts gelingen will, in denen man hadert, kämpft, leidet, sich fragt, wozu man das alles überhaupt erträgt, an denen man das Gefühl hat, dass einem nichts gelingt. Tage, an denen die Fröhlichkeit, die Leichtigkeit, die Herzenswärme, die Kraft und das Vertrauen für immer verloren scheinen. Das sind Tage, die bisweilen so dunkel sind, dass man nicht mehr zu hoffen wagt, dass die innere Sonne jemals wieder aufgehen wird.

Aber ist es nicht so viel leichter, wenn man weiss, dass man, wenn man gerade mal nicht stark sein kann und diese dunklen Tage gar nicht enden wollen, aufgefangen wird? … wenn ich wissen darf, dass jemand neben mir steht, nach meiner Hand greift und mein Herz ganz tief spüren lässt, dass ich mich darauf verlassen kann, dass dieser Mensch mich achtsam leiten wird, wenn ich den Weg gerade aus den Augen verloren habe? … macht es nicht glücklich, wenn ich wissen darf, dass dieser Mensch, wenn ich schwach bin, wenn ich die Kontrolle über mein Leben verloren zu haben scheine, wenn ich mich selbst nicht mehr kenne und mir selbst nicht helfen kann, dort steht, wo er mir am Meisten hilft? … manchmal ist das neben mir. … manchmal ist das hinter mir. … und manchmal ist das vor mir.
Ist es nicht ein Höchstmaß von Freiheit und Glück, wenn ich sicher sein kann, dass dieser Mensch mir genau das einräumen wird, dass ich gerade brauche – sei es eine Zeitlang Weniger oder Mehr von etwas?

#Ich wünsche mir im Alter Geschichten von Menschen erzählen zu können, die mir diese Freiheit und dieses Glück schenk(t)en. Und ich wünsche mir Geschichten davon erzählen zu dürfen, wie sie mir dabei halfen, gut zu mir selbst und damit gut zu den Menschen, deren Wege ich kreuz(t)e, zu sein. Und wer weiss: Vielleicht sind diese Geschichten ja voller Lebensfreude, Leichtigkeit, Miteinander und Herzenswärme?! Denn genau das wünsche ich uns allen und jedem Einzelnen von ganzem Herzen!  ❤

Weihnachtsgeschenke. Einkaufen 2.0?

Online Weihnachtsgeschenke einzukaufen hat viele Vorteile. Man kann zu Hause im Warmen sitzen. Man muss sich nicht schick machen. Man hat die Welt und seine Angebote quasi als Galerie zu Hause. Aber ist es wirklich das, was wir wollen? Klar, es ist bequem. Angebote sind verfügbar – oder wir können zügig erkennen, dass das ggf. auch mal nicht der Fall ist. Aber online shoppen ist schnell. Und Schnelligkeit ist in diesen hektischen (Weihnachts-) Zeiten ein Entscheidungskriterium, das nicht weg zu argumentieren ist. Aber noch mal: Ist es wirklich das, was wir wollen?

War es nicht schön? Früher. Als wir endlich (und meistens mehrfach) in die Stadt fuhren, nachdem wir uns zu Hause nach langen, intensiven Gedanken eine Shoppingliste mit Geschenkideen geschrieben hatten und uns – eingemummelt in Daunenmantel, bestückt mit Handschuhen, Schaal und Mütze – durch die Massen quälten; leidend durch die Hitzeschleusen in großen Kaufhäusern uns der Winterkleidung entledigten? Ja, „Weihnachten wird unter’m Baum entschieden“ wie uns die Werbung gerade lehrt. Aber ist damit gemeint, dass jemand nur schnell-schnell ein Geschenk gekauft hat. Oder meinen wir damit den eigentlichen Geist der Weihnacht, uns einzusetzen, damit wir jemandem, der uns etwas bedeutet, eine Freude machen können – ganz unabhängig vom monetären Wert des Geschenks?! Ich weiss, das geht auch, wenn man die Geschenke online einkauft. Aber es geht auch anders.

Ich bin ein Kind des Internets; ich beschäftige mich quasiTag und Nacht mit den Fragen rund um Freiheit und Fairness im Netz. Aber bei manchen Dingen möchte ich das Gute bewahren und mich nur eingeschränkt auf Neues einlassen. Auch ich habe vor Weihnachten kaum Zeit. Auch ich bin müde und nicht sicher, all‘ das, das ich unbedingt in diesem Jahr erledigen wollte und noch immer auf meiner To Do Liste steht, noch vor dem 31. Dezember zu schaffen. Aber eines lasse ich mir nicht nehmen: Mir Gedanken um die Lieben zu machen und darum, was ihnen eine wirkliche Freude sein könnte und dann danach Ausschau zu halten; auch auf die Gefahr hin, dass ich in viele Geschäfte gehen muss. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich vom vielen heiss-kalt-heiss Klima erkälte. Auch auf die Gefahr hin, dass ich genervt bin von den vielen Menschen in den Einkaufsstrassen.

# Ich will, dass der Wert der Weihnacht Bestand hat. Ich will die Nächstenliebe. Ich will erleichtert nach einer Geschenksuche am Glühweinstand stehen und mich der gefüllten Einkaufstaschen erfreuen und mir ausmalen, wie ich sie am Weihnachtstag überreiche. Das muss nicht schnell-schnell gehen – sondern mit wahrer Empathie und Interesse an den Mitmenschen geschehen. Ich will mir die Zeit nehmen, diese alten Traditionen zu erhalten. Denn: Manchmal war früher eben doch alles besser.

Distanz.

„Dirty Dancing“ – das waren noch Zeiten!
Das waren Zeiten, in denen uns – auf aus heutiger Sicht kultige Art und Weise – erklärt wurde, dass jeder seinen ureigenen „Abstand“ braucht. Wir lernen so, dass es jeder seinen Bereich hat und der sich –ausser vielleicht gelegentlich bei frisch Verliebten – auch nicht verkleinern oder mittels Mengenlehre vermischen lässt.
Jeder braucht seinen Bereich; seinen Rückzugsort. Und das auch im öffentlichen Raum. Wer hat sich auf Christkindlmärkten noch nie darüber beschwert, dass es zu eng wäre, dass man zu wenig Raum oder Luft hätte? Wir alle kennen das, das uns Mitmenschen zu nah‘ kommen – und wir uns damit nicht wohl fühlen.
Bei der Distanz, über die ich heute schreiben möchte, geht es eher um die innere Distanz. Wie schön ist es, wenn sich jemand voller Leidenschaft für eine Sache einbringt, sich begeistert und engagiert. Manchmal, so beobachte ich es nicht nur an mir selbst, verliert man vor lauter Begeisterung aber die (innere) Distanz – und damit auch den gesunden Abstand zu den Dingen.
Distanz hat viele Gesichter. So ist sie die „gradlinige Entfernung zwischen Punkten“ aber auch „in vielen Bereichen die Länge, die Wegstrecke, eines nicht gradlinigen Weges“. Ich wünsche mir, mich für das, das ich als Wert erachte, einbringen zu können. Mit Hirn und Herz und Leidenschaft.
Aber ich wünsche mir auch, dann, wann ich es für richtig halte, abschalten zu können und mich nicht länger damit beschäftigen zu müssen. Denn häufig geht es mir so, dass ich (vor lauter Begeisterung für eine Sache) den Absprung verpasse und im Ergebnis das Thema dann die ganze Nacht oder das ganze Wochenende mich beschäftigt; obwohl meine Begeisterung so weit gar nicht reicht. Das nervt. Das stört – nicht nur meinen Schlaf. Es macht mich unzufrieden, weil ich mich mit dieser erzwungenen Distanzlosigkeit nichts anderem vollends zuwenden kann. Es stört mich, dass ich nicht Herrin der Lage bin. Es tut mir nicht gut, eine Rolle weiterleben zu müssen, die ich eigentlich gerne beenden würde.

# Kann ich bitte per „Umschaltknopf“ festlegen, wo ich gerade Distanz erhöhen oder verringern möchte – in dem Maß, wie es mir gut tut?! Wie schaffe ich es, eine gesunde Distanz auch zu den Dingen zu haben, die mich begeistern – aber eben nicht rund um die Uhr? Wenn jemand Tipps hat: Her damit!

Angst. Ein (schlechter?) Ratgeber.

Angst. Das ist das (bisweilen diffuse) Gefühl, einen Fehler zu machen, in einer besonderen Situation zu sein, der Lage nicht gerecht zu werden – oder werden zu können.

Vor 2 Tagen wurde ich morgens um 3 Uhr im Auto bei einer Routinekontrolle von der Polizei angehalten. Ich wusste, ich habe nichts falsch gemacht. Ich trug beim Fahren, wie ich es muss, meine Brille. Mein Auto war gerade erst in der Inspektion. Getrunken hatte ich auch nicht. Das Tempo entsprach der Vorgaben. Ausser, dass ich also morgens sehr früh nach einem sehr langen dienstlichen Termin unterwegs war, hatte ich also nichts zu bieten. Und dennoch hatte ich Angst. Und warum? Weil der Polizist mich richtiggehend und nachhaltig „anblökte“, mich versuchte zu provozieren und ich mich auf einmal fragen musste, was mir in dieser Kontrolle blühen würde – obwohl ich ein lupenreines Gewissen haben konnte.
Und dann fiel es mir ein: „Angst ist ein schlechter Ratgeber.“
Ja genau. Mutig zu sein, ist das eine – und nicht immer leicht, wenn auch regelmässig notwendig. Aber zwischen „mutig zu sein“ und „Angst als Ratgeber“ zu nutzen, liegen Welten.

Fangen wir doch erst mal „klein“ an und versuchen wir, die Ratio zu stärken in dem wir der Angst (eine falsche Entscheidung zu treffen, etwas falsches zu sagen, …) bewusst begegnen. Bewusst begegnen heisst dabei für mich, sich selbst die Angst einzugestehen und das, was sie sagt, zu beleuchten. Wenn wir wissen, wovor wir Angst haben und warum, kennen wir ihre Bestandteile. Wenn wir die einzelnen Stücke des „Angstkuchens“ kennen, können wir die Stücke beleuchten, hinterfragen, bewerten und in eine bewusste Entscheidung einfliessen lassen. Dann schaffen wir es, aus der Angst einen Freund zu machen, der uns zur Seite steht, wenn wir in einer schwierigen, fordernden Situation sind.

# Wenn die Angst ein kluge Ratschläge gebender Freund wird, sind wir nicht alleine, wenn wir etwas zu entscheiden, zu verantworten haben. Und das alleine macht die Angst doch schon etwas beherrschbarer. Wir müssen uns nur trauen, der Angst selbst zu begegnen.

Abhängig von der Meinung anderer?

Habe ich eine eigene Meinung? Stehe ich mit dieser „meine Frau“ oder „meinen Mann“? Oder bin ich abhängig von dem, was andere meinen, sagen oder laut denken? 
Die meisten von uns haben gelernt, wie wichtig es ist, Dinge zu verstehen, zu hinterfragen und sich dann aus der Gemenge-/Faktenlage eine Meinung zu bilden. Und die meisten von uns sind durchaus in der Lage das mit Intelligenz und Ratio zu tun. Wenn dem aber so ist, warum gibt es dann doch immer wieder den Punkt, an dem man seine sowieso schon abgewogene Meinung erneut hinterfragt – nicht etwa, weil es neue Erkenntnisse gibt sondern weil es lediglich der Eindruck einer Stimmung oder Haltung anderer ist, die ggf. nicht mit der eigenen übereinstimmt? 

Die Wissenachaftlerin Noelle-Neumann hat vor Jahren bereits die sog. „Schweigespirale“ beschrieben, die im Kern besagt, das Menschen dann nicht mehr zu ihrer Meinung stehen, wenn sie meinen, das die (wahrgenommene) Mehrheit der anderen Menschen eine andere Meinung als die eigene vertritt.

Darauf ziele ich jetzt aber nur zum Teil ab. Ich will wissen, warum man sich so abhängig von den Meinungen und Haltungen und Stimmungen anderer macht. Ist das nicht schade, die geleistete Arbeit der Meinungsbildung durch eine (gefühlte) Intervention sofort zu hinterfragen, sich verunsichern lassen? 

# Schade, wenn man den Meinungsbildungsprozess anderer stärker gewichtet als die identische Leistung von sich selbst. Seid es Euch wert, respektiert Euch selbst – im gleichen Maß, wie Ihr das mit den Mitmenschen tut. Auf Dauer hat die Gesellschaft davon mehr als von lauter Schweigenden.

Flow. Oder: Was habe ich davon?

„Flow (engl. fließen, rinnen, strömen) bezeichnet das Gefühl der völligen Vertiefung und des Aufgehens in einer Tätigkeit, auf Deutsch in etwa Schaffens- oder Tätigkeitsrausch, Funktionslust. […] Heute wird sie auch für rein geistige Aktivitäten in Anspruch genommen. Flow kann entstehen bei der Steuerung eines komplexen, schnell ablaufenden Geschehens, im Bereich zwischen Überforderung (Angst) und Unterforderung (Langeweile). Der Flow-Zugang und das Flow-Erleben sind individuell. […] Der Zustand, der beim Flow erreicht wird, entspricht der kardialen Kohärenz, einer optimalen Synchronisation von Herzschlag, Atmung und Blutdruck (siehe auch Respiratorische Sinusarrhythmie). In diesem Zustand besteht völlige Harmonie zwischen dem limbischen System, das die Emotionen steuert, und dem kortikalen System/Neocortex, dem der Sitz für Bewusstsein und Verstand zugeordnet wird. Der Flowzustand entspricht einem Zustand optimaler Anpassung/Resonanz der inneren Anteile und der Umwelt und lässt sich quantitativ erfassen und beschreiben über die Messung der Herzfrequenzvariabilität (eng. Heart rate variability HRV). Die Messung der HRV bietet eine messbare, biologische Bezugsgröße für Stresstoleranz und Funktionstüchtigkeit.“
[das alles sagt Wikipedia zu „Flow“]

Aha. Toll.
Was habe ich davon? Im Ernst: Eine ganze Menge.

1. Die Aktivität hat deutliche Ziele. Die Aktivität hat unmittelbare Rückmeldung.Die Tätigkeit hat ihre Zielsetzung bei sich selbst.
2. Wir sind fähig, uns auf unser Tun zu konzentrieren.
3. Anforderung und Fähigkeit stehen im ausgewogenen Verhältnis, so dass keine Langeweile oder Überforderung entsteht.
4. Wir haben das Gefühl von Kontrolle über unsere Aktivität.
5. Mühelosigkeit / Unsere Sorgen um uns selbst verschwinden.
6. Unser Gefühl für Zeitabläufe ist verändert.
7. Handlung und Bewusstsein verschmelzen.

Wenn wir im Flow sind, sind wir also eins mit dem was wir tun. Wir sind im Spektrum dessen, was in der Lage sind, zu tun. Wir bewegen uns also innerhalb des Maßes an Anforderung, das keine Überforderung ist und uns vor Langeweile schützt.
Eigentlich doch eine gute Sache. Eigentlich doch eine Sache, die uns glücklich macht. Warum ist es dann also so schwer, konstant „im Flow“ zu sein? Weil wir Menschen sind. Wir sind Menschen und haben als solche gute und weniger gute (und manchmal sogar richtig schlechte) Tage. Und nicht immer widmen wir unsere kostbare Zeit den Dingen, die uns den Flow ermöglichen. Das alles macht aber nichts. Vor allem so lange nicht, wie wir die Absicht „im Flow“ sein zu wollen, klar und greifbar vor uns inszenieren können. Vor allem so lange nicht, wie wir uns des Ziels bewusst sind und uns immer wieder selbst motivieren, auf diese Zielebene zu kommen.

# Also noch mal: Was habe ich davon? Harmonie. Kontrolle. Mühelosigkeit. Lohnt sich also, sich zu überlegen, was den eigenen Flow bedingen könnte; wann man im guten Verhältnis zwischen Anforderung und Überforderung ist. Oder?!

Erwachsen. Wie ist das so?

Wie ist man, wenn man erwachsen ist? Mir kam dazu ein Gedanke: Wie wäre es, wenn man dann erwachsen ist, wenn man sich wieder entsprechend der Verhaltensmuster verhalten kann, die man schon als kleines Kind (unbeeinflusst von allen Comments dieser Welt) an den Tag gelegt hat?
Meine These: Dann wäre man wieder so, wie man konstituiert ist. Dann wäre man „man selbst“. Im Flow also. Und dieser ist das höchst-persönliche Wohlfühlspektrum.

Dafür Sorge zu tragen, das „Leben im eigenen Wohlfühlspektrum“ zu führen, ist sehr verantwortungsbewusst. Und das gilt gemeinhin ja als ein Kriterium des Erwachsenseins.

# Also: Wie warst Du als Kind? Auf geht’s: Leb‘ es!

Elektrisches Gefühl. Heute wird ein guter Tag.

atemlos und ferngesteuert
abgestumpft und sorgenschwer
ich bin völlig weggetreten
ich spür mich selbst nicht mehr
ich will aus 15 metern,
ins kalte wasser springen
damit ich wieder merk’
das ich am leben bin
ich geh nach vorne, bis zum rand
ich spür mein herz pulsiert
ich atme ein und lass mich fallen
ich spüre jeden teil von mir

(Refrain)
elektrisches gefühl
ich bin völlig schwerelos
elektrisches gefühl
wie beim ersten atemzug
elektrisches gefühl
und die stimme dir mir sagt
heute wird ein guter tag
…heute wird ein guter tag…

auch wenn mich 1000 sorgen quälen
und sie mich nach unten ziehn
es ist besser loszulassen
als dran kaputt zu gehn
ich nehme was mir angst macht
und schreib es auf papier
ich zünd es an und lass es brennen
ich lass es hinter mir
alles um mich herum pulsiert
ich spür den schmerz nicht mehr
der boden, die wand, der raum vibriert
ich bin wieder unbeschwert

(Refrain)
elektrisches gefühl
ich bin völlig schwerelos
elektrisches gefühl
wie beim ersten atemzug
elektrisches gefühl
und die stimme dir mir sagt
heute wird ein guter tag…
…heute wird ein guter tag…

[..]
alles was dich runter zieht
alles was dein herz lahm legt
lass es los
[..]
alles was nicht wichtig ist
alles was nicht richtig ist
[..]

(Refrain)
elektrisches gefühl
ich bin völlig schwerelos
elektrisches gefühl
so wie beim ersten atemzug
elektrisches gefühl
und die stimme dir mir sagt
heute wird ein guter tag
…heute wird ein guter tag…

# Manche Songs treffen einfach in einem Maß ins Herz, das weitere Kommentare erübrigt.

\"Elektrisches Gefühl\" von Juli. Heute wird ein guter Tag.

Pinke PostIts – „das wahre Leben“?

Heute habe ich einen neuen Vorrat an pinken PostIts bekommen. Wie schön! Nun geht mein (NOTIZ) Leben weiter und alles ist in bester Ordnung. Könnte man sagen. Würde auch (teilweise) stimmen.

In der Tat ist es so, dass ich gerne mit diesen Klebezetteln arbeite; ich notiere darauf alles, was ich wirklich nicht vergessen will – im beruflichen (Termin hier, Text da, XY anrufen, …) und privaten (Steuererklärung, Inspektion, …) Sinn.
Und ich verteile diese „Papperl“. Aber nicht irgendwie. Nein! Das wäre eine Schande! Ich bestehe darauf: Nach System! Die PostIts werden analytisch kategorisiert (viele Grüße an Winston Churchill‘s „wichtig“ und „dringlich“-Zeitmanagementkategorien). Und dann werden sie – diesen Prioritätsclustern entsprechend – sorgsam an die wiederum gewichteten Stellen geheftet. Logik verstanden?! Kopfmatrix klar?!

Ein früherer Chef sagte immer: Wer bunte Farben braucht, um Ordnung zu halten, hat keine Systematik im Kopf. Er bezog sich dabei auf die ca. 100.000 Excel-Tabellen, die Berater im Verlauf dieser Tätigkeit so basteln (müssen). Tja, da liegt er wohl nicht ganz falsch. Aber ich betone: Außerhalb von Excel ist dieses System für mich einfach nur funktional, effektiv und effizient. Ein schöner Dreiklang, oder?

# Ein Pladoyer dafür, dass man zwar ein NOTIZLEBEN mit pinken PostIts führen kann – aber wer sagt denn, das man darauf nicht auch liebevolle Botschaften für die Lieben hinterlassen kann. An den hierfür für gut befundenen Stellen? Logisch, oder?!

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